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Oft liest man bei Übersetzerinnen und Übersetzern, dass Sie ihre Sprachen auf muttersprachlichem Niveau beherrschen. Doch was genau bedeutet das? Worin liegt der Unterschied dazu, eine Sprache „nur“ fließend zu sprechen? Und muss man eine Sprache überhaupt auf muttersprachlichem Niveau beherrschen, um gute Übersetzungsarbeit zu leisten?

Muttersprachliches Niveau bedeutet nicht, Muttersprachler/in zu sein

Als Muttersprachler/innen dürfen sich streng genommen nur diejenigen bezeichnen, die eine Sprache wirklich von der frühen Kindheit an ohne formalen Unterricht erlernt haben. Dabei kann man jedoch mehr als nur eine Muttersprache haben: Bi- oder sogar Multilingual aufzuwachsen ist in vielen Regionen der Welt Standard – vor allem in Ländern, in denen es viele verschiedene Bevölkerungsgruppen gibt, die alle unterschiedliche Sprachen sprechen, es jedoch auch immer mindestens eine Amtssprache gibt, beispielsweise Russland oder die meisten afrikanischen Länder. Auch Menschen mit Migrationshintergrund wachsen oft zweisprachig auf – so sprechen die in den USA geborenen Kinder mexikanischer Einwanderer in fast allen Fällen von Klein auf Spanisch und Englisch.

Wo liegt nun der Unterschied dazu, eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau zu sprechen? Ganz einfach: Am Zeitpunkt, zu welchem man die Sprache erlernt hat. Kindern fällt es sehr leicht, eine neue Sprache aufzugreifen; bis zum Alter von etwa 10 Jahren ist es möglich, sich eine Sprache „spielerisch“ als Muttersprache anzueignen. Später festigen sich allerdings die Gehirnstrukturen – man behält mehr Wissen, es fällt jedoch auch immer schwerer, neue Sprachen zu verinnerlichen. Um eine Sprache auch ab dem Teenageralter noch auf muttersprachlichem Niveau zu lernen, ist nicht nur viel mehr Arbeit notwendig, sondern Anfangs auch fast immer formaler Sprachunterricht sowie das Erlernen der richtigen Aussprache. Bis dann eine Sprache wirklich auf muttersprachlichem Niveau beherrscht wird, dauert es auch bei intensivem Lernen Jahre, oft sogar Jahrzehnte. Schließlich bedeutet „muttersprachliches Niveau“, dass man auch kompliziertes und selten gebrauchtes Vokabular kennt und bei Bedarf abrufen kann: Beispielsweise die Bezeichnungen von Krankheiten bei einem Arztbesuch oder die Begriffe und Formulierungen auf der Steuererklärung.

Wo liegt der Unterschied zwischen „fließend“ und „muttersprachlich“?

Zunächst macht es den Anschein, dass es von „fließend“ zu „muttersprachlich“ nur noch ein kleiner Schritt ist, doch das ist weit gefehlt. „Fließend“ bedeutet, dass man sich eben fließend unterhalten kann: Man hat keine Probleme, einen Muttersprachler in seinem normalen Sprechtempo zu verstehen und spricht auch selbst entsprechend schnell. Zudem kennt man vielleicht nicht jede Vokabel, ist aber ohne größeres Überlegen in der Lage, Umschreibungen oder Alternativen zu finden. Man kann sich also flüssig unterhalten, und zwar in allen Bereichen, die für einen selbst im Alltag relevant sind: So sollte sich ein Astrophysiker, der Russisch fließend spricht, darüber auch auf Russisch unterhalten können. Wenn er mit Medizin nicht sonderlich viel zu tun hat, ist jedoch nicht zu erwarten, dass er sich auch hier fließend unterhalten kann. Eine Muttersprachlerin sollte das aber jedoch zu einem gewissen Grad können.

Kurz ausgedrückt: Fließend bedeutet, dass man eine Sprache so weit beherrscht, dass man sich über die Themen, mit denen man häufig zu tun hat, ohne Probleme austauschen kann. Muttersprachlich bedeutet, dass man ein wesentlich größeres Vokabular besitzt, in dem sich auch viele Ausdrücke befinden, die man im Alltag nicht oder nur sehr, sehr selten benötigt, es handelt sich also um eine große Datenbank an „passivem Wissen“. Wie groß der Unterschied zwischen diesen beiden Stufen ist, zeigt sich an der Lerngeschwindigkeit: Bleibt man wirklich aktiv dran und investiert jeden Tag etwa eine Stunde in intensives Lernen, kann man eine Sprache innerhalb von sechs Monaten fließend beherrschen. Um auf muttersprachliches Niveau zu kommen, dauert es meist mehrere Jahre, in denen sich intensiv mit der Sprache beschäftigt wird.

Muss man eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau sprechen, um ein/e gute/r Übersetzer/in zu sein?

Kurz gesagt: Nein. Nicht unbedingt. Es hat natürlich durchaus seine Vorteile, als Übersetzer/in eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau zu beherrschen, über die Übersetzungsqualität sagt es dennoch nicht unbedingt viel aus. Um gut im Übersetzen zu sein braucht es nämlich vor allem eines: Sprachgefühl. Und das ist manchen Menschen mehr, anderen weniger mitgegeben, denn es hat viel mit Kreativität in diesem Bereich zu tun.

Sicher erinnern Sie sich noch an den Deutschunterricht in der Schule zurück. Ging es darum, Aufsätze zu schreiben, fiel das den einen deutlich leichter als den anderen, einfach, weil sie mehr Gefühl für diese Sprache hatten. Ob es sich dabei nun um ein angeborenes Talent handelt oder einfach um unterschiedliche Interessen, sei einmal so dahingestellt, doch hier wird deutlich, dass nur, weil man eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, sich deswegen nicht unbedingt gekonnt in dieser Sprache ausdrücken kann. Nicht jede/r deutsche Muttersprachler/in ist in der Lage, einen fesselnden Roman oder eine gut formulierte wissenschaftliche Arbeit zu schreiben.

Dies lässt sich auch auf eine Übersetzung übertragen: Nicht jede Person, die eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, ist auch in der Lage, ansprechende Texte darin zu formulieren und bei einer Übersetzung den richtigen Ton zu treffen. Jemand, der eine Sprache „nur“ fließend spricht, dafür aber entsprechendes Sprachgefühl mitbringt, ist dafür oft wesentlich besser geeignet. Fehlendes Vokabular lässt sich immer schnell nachschlagen und auch Grammatikregeln kann man, falls nötig, kurz noch einmal kontrollieren. Selbstverständlich sollte man eine Sprache mindestens fließend beherrschen, wenn man als professionelle/r Übersetzer/in arbeiten möchte, Sprachkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau sind jedoch nicht unbedingt zwingend erforderlich – dennoch eignen sich Übersetzer/innen diese im Laufe der Jahre doch meist automatisch an.

Macht es Sinn, eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau zu beherrschen?

Für Übersetzer/innen ist es sicher sinnvoll, auf ein muttersprachliches Niveau hinzuarbeiten. Da jedoch jahre- oder gar jahrzehntelange Arbeit darin steckt, sich eine solch genaue Kenntnis von Vokabular und Grammatikregeln anzueignen, ist es für diejenigen, die eine Sprache aus reinem Interesse lernen, eher nicht sinnvoll – immerhin könnte man in dieser Zeit gut fünf andere Sprachen soweit erlenen, dass man sie fließend spricht, was deutlich mehr Vorteile hat, als lediglich eine weitere Sprache auf muttersprachlichem Niveau zu sprechen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Definition von „muttersprachlichem Niveau“ übrigens nicht bedeutet, niemals Fehler zu machen. Denn niemand spricht eine Sprache „fehlerfrei“ (aus linguistischer Sicht lässt sich darüber, was ein „Fehler“ aus sprachlicher Sicht überhaupt sein soll, nochmals viel tiefgehender diskutieren): Alle Muttersprachler/innen versprechen sich einmal, machen Grammatik- oder Rechtschreibfehler, wenn sie eine E-Mail schreiben oder ihnen fällt ein Wort nicht sofort ein – völlig normal. Passiert dies einem Übersetzer oder einer Übersetzer/in, für die es sich eben oft nicht einmal um die Muttersprache handelt, wird gerne sofort deren Kompetenz in Frage gestellt.

Sprache wird durch diejenigen geschaffen, die sie sprechen. Kaum ein/e Muttersprachler/in könnte jedoch die Regeln der eigenen Grammatik erklären. Oder kennen Sie die Regeln, nach welchen die Artikel im Deutschen festgelegt sind? In diesem Punkt haben Ihnen nicht wenige Menschen, die Deutsch als Fremdsprache erlernt haben, wahrscheinlich einiges voraus.

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